1. Prinzipien der Anschlussbildung beim Einbau von Fenstern
1.13 Beanspruchungen durch Bewegungen
Bei der Planung der Anschlussfuge müssen bauwerksbedingte Bewegungen und Bewegungen aus der thermisch bedingten Längenänderung des jeweiligen Rahmenmaterials berücksichtigt werden.
Informationen über bauwerksbedingte Bewegungen im Anschlussbereich, z. B. bei Fensteröffnungen mit größeren Spannweiten und auskragenden Bauteilen, sind von der planenden Stelle vorzugeben bzw. einzuholen.
Thermisch bedingte Längenänderungen für Rahmenmaterialien berechnen sich aus den formelmäßigen Angaben zu thermisch bedingten Längenänderungen eines Stabes:
ΔL = a · Δ · l
ΔL = thermisch bedingte Längenänderung eines Stabes in mm/m
l = Stablänge in m
Δ = Längenausdehnungskoeffizient in 1/K
Unter Berücksichtigung von Forschungsergebnissen über die tatsächlich auftretenden Längenbewegungen sind folgende temperaturbedingte Änderungen in der Anschlussfuge, bezogen auf die jeweilige Rahmenlänge, anzusetzen:
ΔL = l · ε
Die Werte für Epsilon sind Bild 5 zu entnehmen.
| Werkstoff der Fensterprofile | Epsilon in mm/m |
|---|---|
| PCV hart (weiß) | 1,6 |
| PVC hart und PMMA (farbig extrudiert) | 2,4 |
| harter PUR-Integralschaumstoff | 1,0 |
| wärmegedämmtes Aluminiumprofil (dunkel) | 1,3 |
| wärmegedämmtes Aluminiumprofil (hell) | 1,2 |
| PVC hart und PMMA (koetrudiert) mit vollmassigen duroplastartigem Kernmaterial, verstärkt mit Glasfaser | 0,8 |

